KONGRESS
PROGRAMM
ANMELDUNG
KONTAKT
SUBJEKTIVE ERFAHRUNG, INTERVENTION UND MÖGLICHKEITEN POLITISCHEN HANDELNS
CALL FOR PAPERS
28. - 30. Juli 2008
Innerhalb der Sozialwissenschaften und dort besonders im Bereich der Psychologie spielt der Begriff der Intervention eine große Rolle. Dahinter steht die Frage, wie vorhandenes Wissen genutzt werden kann, um in einen gegebenen Kontext einzugreifen und dort Veränderungen herbeizuführen. Die Stoßrichtung solcher Unterfangen ist dabei sehr häufig klar gesetzt: Zuvor auf dem Wege empirischer, also auf Erfahrung beruhender, Forschung erworbenes Wissen wird in das (Untersuchungs-)Feld hineingetragen und dort zur Anwendung gebracht. Dieses Wissen ist dabei nicht nur ein vom Feld zuerst einmal losgelöstes Wissen, sondern häufig auch noch in auf den universitären Betrieb ausgerichtete Begrifflichkeiten verpackt. Aus diesen Gründen kann eine tatsächliche Relevanz dieses Wissens für das Alltagsleben der konkret Erfahrung Machenden angezweifelt werden; hierfür wäre unter anderem zunächst einmal eine ‚Übersetzung’ – eine Erklärung in einfachen Worten – nötig.
Diese Notwendigkeit führt ihrerseits wiederum zu einer Etablierung von Machtkonfigurationen in den Verhältnissen zwischen Intervenierenden und von der Intervention Betroffenen, in denen eben keine neuen Handlungsmöglichkeiten geschaffen, sondern lediglich neue subjektive Notwendigkeiten und Einschränkungen erzeugt werden. Gleichzeitig ist es jedoch zumindest in den allermeisten Fällen das Ziel des Intervenierenden, Verbesserungen der Lebenssituationen der Erfahrung Machenden herbeizuführen.
Ausgehend von diesem Dilemma möchten wir fragen, wie politisches, politisiertes und politisierendes Handeln möglich ist und wie es durch (intervenierendes) Handeln in konkreten Kontexten realisiert werden kann. Wie kann konkrete Erfahrung aufgeschlüsselt werden? Welche Möglichkeiten der Verallgemeinerung persönlicher Erfahrungen gibt es? Und vor allem: Wie können diese Verallgemeinerungen zur Erweiterung von Handlungsmöglichkeiten und damit zur Etablierung kritischer statt nur affirmativer Praxis genutzt werden?
Vorschläge für Beiträge zu den einzelnen Panels im Umfang von maximal 500 Wörtern werden erbeten bis zum 15. Juni an: abstracts@ngfp2008.org