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VOM WAHREN ZUM MÖGLICHEN - DAS BEDEUTUNGSSCHAFFENDE POTENTIAL SCHÖPFERISCHEN ERZÄHLENS

Angenommen wir glauben, dass die Welt, in der wir leben, keine von vorn herein festgesetzte, objektive Wirklichkeit ist, sondern dass wir an dem Schaffensprozess verschiedener Wirklichkeiten selbst teilhaben. Dieser Vorstellung liegt die Idee zugrunde, dass menschliches Sprechen oder die Verständigung über Bedeutungszusammenhänge erst dadurch ermöglicht wird, dass die jeweiligen Sprachspiele (also Sprechen als sozial bestimmte regelhafte Tätigkeit) von mehreren Menschen geteilt werden. Das aber hieße, dass Wahrheit und Bedeutung niemals unabhängig von kulturellen, historischen und sozialen Kontexten sein können und dass persönliche Umstände der Sprechhandlung - z.B. Kenntnisse, Erinnerungen, Glauben, moralische Commitments, Wünsche, Gefühle, etc. - entscheidend sind für die Art und Weise, wie wir uns und unsere äußere Wirklichkeit begreifen. In diesem Sinnstiftungsprozess spielt das Erzählen, das schöpferische Berichten und Beschreiben als beziehungsreiche Form menschlicher Kommunikation eine ausschlaggebende Rolle.

Demnach soll es in diesem Panel darum gehen, welches Potential und welche Gefahr das Erzählen beinhaltet. Wie können durch poetische Beschreibung neue Bedeutungsformen entstehen? Können tatsächlich Handlungsmöglichkeiten erweitert werden durch erzählerische Verschmelzung von wirklichen/möglichen mit fiktiven/unmöglichen Szenarien menschlicher Tätigkeit? Wie stark ist menschliches Mitgefühl oder Einfühlungsvermögen mit poetischer Vorstellungskraft verbunden? Und in welcher Weise werden durch gezielte Verwendung tradierter Muster etablierte Strukturen aufrechterhalten?

Die Hoffnung ist, dass eine Untersuchung dessen, wie menschliche Wesen ihre realen oder fiktiven Welten konstruieren und dadurch ihrer Beziehung zu sich und zur äußeren Welt Bedeutung verleihen, mehr zum Verständnis beitragen kann, als ihren ontologischen Status anhand traditioneller Kategorien zu analysieren.

Vorschläge für Beiträge zu den einzelnen Panels im Umfang von maximal 500 Wörtern werden erbeten bis zum 15. Juni an: abstracts@ngfp2008.org

CALL FOR PAPERS

28. - 30. Juli 2008

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KÖNNEN MARGINALISIERTE (WI(E)DER)SPRECHEN?

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